Csejthe mag bei dem Ein oder Anderen direkt ein seichtes Klingeln hervor rufen, erahnt er vielleicht woher der Name stammt. Elisabeth Bathory sollte hingegen, nicht zuletzt aufgrund der Häufigkeit ihres Namens oder der Verwendung ihrer Geschichte im Black Metal, wohl den meisten ein Begriff sein. So hieß das Schloss auf dem sie lebte Csejthe und da die Herren aus Kanada über eben jene Frau musizieren wollten, dachten sie sich wohl den Namen des Schlosses gleich mit zu übernehmen.
Transcendance ist der vierte Output der Kanadier nachdem sie erst vor zwei Jahren ihr Debut veröffentlichten und davor eine Split und eine Demo. Ob es auf ihrem neuesten Werk auch noch um die gute Frau Bathory geht kann ich euch aber nicht beantworten, da die Texte auf französisch gehalten sind.
Die EP besteht aus vier Songs und insgesamt rund 21 Minuten Spieldauer. Der erste Track Souterrains baut ziemlich schnell eine bedrückende, verstörende Atmosphäre auf, in dem er dröhnende Gitarrenwände mit surrenden Melodien verbindet. Der Gesang klingt auch als wäre er in einem Keller aufgenommen, als wenn der Sänger ein Raum weiter stünde. Genauer gesagt ist der Gesang also recht hallend und relativ weit hinten hin gemischt.
Während der erste Song noch versuchte Kälte an den Mann zu bringen, lassen die Kanadier im zweiten Lied Déréliction wesentlich wärmere und harmonischere Melodien auf den Hörer los. Auch hier ist der Gesang weiterhin recht weit hinten hin gemischt und hallend, teilweise sogar fast unverständlich oder gar nicht wahrnehmbar. Der Versuch eine melancholsiche Stimmung zu erzeugen wird hier leider durch die melodischen Riffs zwischen den Verses zunichte gemacht.
Selbst im dritten Lied bleiben die Vocals negativ auffallend zurück, da sie immernoch nicht schön abgemischt sind. Interessanterweise sind die hier verwendeten Clean Vocals wesentlich besser an den Sound angepasst. In den letzten beiden Liedern werden auch immer wieder Synthies benutzt, und vereinzelt im Hintergrund weiblicher/männlicher Gesang zur Atmosphärenbildung. Das letzte Lied ist im übrigen rein instrumental und hauptsächlich von Pianoklängen geprägt.
Die Songstruktur ist meist recht simpel gehalten und so wird auf große Spielereien in Sachen Tempo und Dynamik verzichtet und der Song mit den vorhandenen Riffs stur durchgezogen. Die Produktion an sich ist durchaus akzeptabel, wenn beim Gesang nicht der Versuch wäre, irgendwie roh klingen zu wollen, das dann aber nicht konsequent auf alles bezieht.
Fazit:
Die hier vorliegende EP ist durchaus einmal wieder ein Beweis, dsas kanadischer Black Metal sich nicht verstecken muss, auch wenn nicht alles rund ist. Die Produktion ist leicht verstörend und die Riffs haben teilweise einen gewissen déja-vu Effekt. Nichtsdesto trotz ist das hier gebotene solide und durchaus eigenständig.
Wertung: 72/100
Veröffentlicht: März 2010
Tracklist:
| 1. | Souterrains | 05:18 | |
| 2. | Dérélictition | 06:55 | |
| 3. | Transcendance | 05:46 | |
| 4. | Mémoires | 02:51 | |
| Total playing time | 20:49 | ||



Klingt interessant… da werd ich wohl mal reinhören. In letzter Zeit kommen grade aus Kanada einige ziemlich gute Bands.